Bummeln Sie mit mir durch die Jahreszeiten im unseren Weinbergen, erleben Sie, was im Rebberg und im Keller alles geschehen muß, bis der gute Tropfen in der Flasche ist.

JANUAR:

Im Keller hat der neue Jahrgang seine Kräfte gesammelt und die Weine werden abgefüllt.
Und zwar konsequent ökologisch: Zusatzstoffe und Hilfsmittel wie Schönungsmittel sind weitestgehend tabu und es kommen nur natürliche Stoffe zum Einsatz.
Der Rebschnitt beginnt.
Frühger begann der Rebschnitt am St. Vinzenztag (22.Jan.). Dieser Rückschnitt legt bereits fest, welcher Ertrag angestrebt wird, in welchem Qualitätsbereich die künftige Ernte liegen soll: Klasse statt Masse, so lautet das Motto, das erstrebenswert ist und durch die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise möglich ist.

FEBRUAR:

Untersuchungen mit der RuteNoch immer ruht der Öko-Rebberg. Der Rebschnitt geht weiter, auch bei Frost...
Die neuen Weine werden verkostet, z.T. untersucht und Empfindungen gefestigt, der Versand beginnt.

MÄRZ:

Die Weinberge ergrünen - im wahrsten Sinne des Wortes.
Die Begrünungen der Rebanlagen sind ein ausgeklügeltes System, das die Artenvielfalt der Flora und Fauna fördert.
Der Rebschnitt wird beendet, das Biegen und Anbinden der Reben muß bis zum Austrieb noch geschafft sein. Ebenso das Ausbessern der Drahtrahmen und Stützpfähle.

APRIL:

Die Reben treiben aus.
Der Zeitpunkt des Austriebs und der Witterungsverlauf bestimmen schon jetzt den Verlauf des Wachstums und den Ertrag. Der wertvolle Kompost wird ausgebracht und leicht eingearbeitet...
Nicht nur der Ökowinzer ist immer häufiger in seinem begrünten Rebberg anzutreffen, auch die Tierwelt gibt sich jetzt ein Stelldichein in der von Giften verschonten Umgebung.

MAI:

Jetzt ist der Rebenaustrieb schon deutlicher zu erkennen und damit auch eine Unterscheidung der einzelnen Rebsorten möglich.
Neue Reben werden nun gepflanzt, die nach 2-3-jähriger Brache einen alten Weinberg ersetzen.
Die ersten unerwünschten Seitentriebe der älteren Rebanlagen werden entfernt, die fruchttragenden Triebe aufgebunden.
Das erste Abmulchen der Begrünung ist noch vor den „Eisheiligen" nötig, damit Spätfröste keine Schäden an den jungen Trieben anrichten können.
Die Frühjahrspräparate, Hornmist und das Fladenpräparat nach Maria Thun, werden auf den Boden gespritz und Baldrianblütenextrakt, ebenfalls dynamisiert, ausgesprüht.

JUNI:

Die Reben blühen. Kurz vorher beginnt die Spritzsaison mit unbedenklichen Mitteln wie Bentonit, Netzschwefel und Meeresalgen und immer wieder Kräuterauszügen. Kurz danach wird mit Hornkiesel der Impuls für das Wachstum der gerade befruchteten Beeren gegeben.
Das Aufbinden (Heften) der jungen Triebe mit den nun schon erkennbaren winzigen Beeren wird fortgeführt. Der Aufwuchs unter den Rebstöcken wird abgemäht.
Die länger reifenden Weine werden nun auch abgefüllt.

JULI:

KräutermischungenIn der reich entwickelten Rebenlaubwand haben sich viele Tiere und Helfer angesiedelt: Spinnen, die Florfliege, Marienkäfer etc. Lange Triebe werden jetzt abgeschnitten, damit die Rebe ihre Kraft auf die Frucht konzentrieren kann.
Die Rebenspritze enthält nun fast kein Netzschwefel mehr, dafür aber Kräuterauszüge aus Schachtelhalm (equisetum arvense), Brennessel (urtica urens), Ringelblume (calendula), Schafgarbe (achillea millefolium) und Schwarzwurzelkraut bzw. Beinwellkraut (symphytum officinale).
Die Beeren an den Trauben haben nun schon Erbsendicke erreicht und sind somit am anfälligsten gegen Mehltau.
Bei allzu grosser Trockenheit wird nochmals Fladenpräparat ausgebracht, das die Tauwirkung erhöht.

AUGUST:

RebenlaubwandJetzt steht alles in vollem Saft: Nicht nur die Laubwand der Reben ist so dicht und grün wie nie.
Auch die zahlreichen Gehölze, mit denen der Ökowinzer Tieren und Pflanzen einen Lebensraum in seinen Reben bietet, sind voll entwickelt.
Die langsam sich verfärbenden Trauben laden schon zum Naschen ein.
Nach abschliessendem Einsatz von Hornkiesel, der nun die nahende Reife unterstützt, wird die Spritze wieder für das nächste Jahr weggepackt, denn die Gefahr ist für dieses Jahr abgewendet.
Auch die Kontrolleure der unabhängigen Kontrollstelle schauen sich jetzt den Betrieb - Rebberg und Keller und Hof an und es wird eingehend „nach dem Rechten" gesehen, z.T. mit Stichproben von Reblaub und auf dem Boden wachsenden Kräutern.

SEPTEMBER:

weinprobe im WeinbergDie Trauben werden reif. Eine Weinprobe im Wingert ist die Attraktion bei allen Weinliebhabern und ein langewährendes Erlebnis.
Was wird die neue Ernte bringen? Die Messung der Oechslegrade zeigt den Reifegrad, und damit auch den Lesezeitpunkt, die Qualität des Weines.

OKTOBER:

Goldener Oktober: Darauf hoffen nicht nur die Ökowinzer.
Spaziergänger und Wanderer freuen sich an den prächtigen Farben des Herbstes. Und die Weinfreunde wissen, daß sich in den letzten warmen Tagen die Qualität des Ökoweines entscheidet.
Die Lese ist in vollem Gange, die Trauben werden zum Hof gebracht und gleich abgepreßt.
Der Traubensaft anschließend sofort abgefüllt, frischer geht es nicht.
Im Keller beginnt die Gärung, der Herbstgeruch zieht durch die Weinorte und macht Appetit auf Zwiebelkuchen und Neuen Wein.

NOVEMBER:

Noch einmal gehts in die Reben, nun wird ein alter Weinberg nach ca. 30 Jahren Standzeit gerodet und der Boden noch vor dem Winter ganz tief umgepflügt.
Ein weiters Mal wird ein spezielles Präparat eingesetzt, und zwar wird Ackerschachtelhalm (equisetum arvense) als Tee dynamisiert und über den Erdboden gesprüht, schon eine Vorbereitung für das kommende Jahr.

DEZEMBER:

Der Dezember gehört ganz allein den vielen zufriedenen Weinkunden, die nun vor Weihnachten noch ihre guten Tropfen ins Haus geliefert bekommen, manchmal vom Winzer persönlich...